Notizen: 3. Dreharbeiten: Kaserne
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Der größte Teil der Dreharbeiten fand auf dem Gelände einer ehemaligen englischen Kaserne in Coerde statt, die schon einige Zeit leer stand. Die Dreharbeiten umfaßten hier einen großen Teil des Films, in dem sich Paul nach Verlassen der Markthalle auf dem Weg in die Stadt und zum Krankenhaus befindet, in dem das Medikament zur Rettung seiner kranken Freundin Marie lagert. Die Kaserne bestand aus mehreren Gebäuden und zahlreichen Räumen, die sehr viele Möglichkeiten für interessante Kameraeinstellungen boten, u.a. diverse Treppenaufgänge, dunkle Ecken und Gänge, eine stillgelegte Bäckerei mit riesigen Backöfen sowie tiefgaragenähnliche Räume, in denen die Kampfszenen mit dem Roboter gedreht wurden.
In der Kaserne fanden die aufwändigsten und längsten Dreharbeiten des Films statt, meist abends und nachts, so dass wir bei Dunkelheit anfingen zu drehen und ebenfalls wieder bei Dunkelheit damit aufhörten. Es war sehr anstrengend, sowohl für die Produzenten, als auch für die Darsteller. David Ehlert, der bisher in fast allen unseren Filmproduktionen eine Nebenrolle besetzte und somit zum festen Inventar unserer Arbeiten gehört, hatte wohl den anstrengensten Part, als er eine Leiche spielte und dafür über 2 Stunden hinweg nackt, in Müllbeutel eingerollt und mit Ketchup beschmiert auf dem kalten Boden der Bäckerei lag. Nach dem Dreh zitterte er am ganzen Körper und war auf dem besten Weg, sich eine chronische Erkältung einzufangen. Ein anderes Mal fanden wir Andre nach einem anstrengenden Drehtag im Rollstuhl vor, wie er lustlos durch Zeitschriften blätterte, ohne dabei hinzuschauen oder sogar zu lesen. Der Rollstuhl war dabei eigentlich für Kamerafahrten gedacht und nicht etwa, um erschöpfte Filmproduzenten darin nach Hause zu schieben.

Zahlreiche Takes drehten wir in dunklen Gängen des Gebäudes, durch die unser Hauptdarsteller Paul mit einer Taschenlampe bestückt auf der Suche nach einem Weg in die Stadt läuft. Dumpfe Geräusche im Hintergrund, die Paul erschrecken lassen, sorgen dabei für Spannung. Der Zuschauer wird unmittelbar vor diesen Szenen durch ein Auftauchen des Beobachters aus der Markthalle im Hintergrund daran erinnert, dass Paul verfolgt wird. Technisch gesehen waren die Dreharbeiten in diesem dunklen Teil sehr schwierig, da die Kamera aufgrund das schwachen Lichts nur schwerlich in der Lage war, den Darsteller zu fokussieren. Ein manueller Fokus kam den Umständen entsprechend nicht in Frage, da für den Weg durch die engen Gänge eine Steadycam benutzt wurde.
Paul findet einen Weg aus der Dunkelheit, gelangt in einen langen Gang und trifft nun zum ersten Mal auf einen Kampfroboter, von denen die Stadt bewacht wird, zu der er gelangen möchte. Der Kampfroboter ist allerdings nicht mehr funktionstüchtig und liegt kaputt im Gang. Paul wirkt erschreckt vom toten Bot und wendet seinen Blick im Vorbeigehen ab. Es wird deutlich, dass sich Paul zum jetzigen Zeitpunkt erst im Außenbereich und noch nicht allzu nah an der Stadt befindet, da er sonst kaum funktionsuntüchtige Roboter antreffen würde. Diese Roboter sind sehr wichtig für die Sicherheit der Stadt, und man kann davon ausgehen, dass sie regelmäßig gewartet werden. Der Bot, den Paul hier antrifft, hatte sich scheinbar zu weit von der Stadt entfernt oder ist vergessen worden.

In der nächsten Szene folgt ein Schreckensmoment, als Paul die Bäckerei der ehemaligen Kaserne betritt und plötzlich sämtliche Neonröhren an der Decke anspringen. Wurde er entdeckt? Paul flüchtet hinter eine Säule, doch kein anderer außer ihm scheint sich im Raum zu befinden. Das Licht wurde durch Bewegungsmelder oder Lichtschranken aktiviert, die noch funktionstüchtig waren. Überreste der Technik eine alten Industrieanlage also, die Paul zwar erschrecken, ihn jedoch nicht aufhalten auf seinem Weg in die Stadt.
Doch der Schreckensmoment steigert sich, als Paul im nächsten Raum plötzlich auf einen funktionstüchtigen Kampfroboter trifft, der ihn prompt bemerkt und einscannt. Paul reißt die Augen auf und flüchtet, der Bot schießt auf ihn, verfehlt ihn jedoch knapp, während Paul gekonnt hinter eine Säule springt (der Darsteller verletzte sich bei diesem Sprung während der Dreharbeiten, jedoch ohne ernsthafte Folgen). Dieser Teil des Films ist der technisch anspruchsvollste von allen, geht es doch darum, am Computer konstruierte Roboter realistisch ins Filmmaterial einzubauen und zu animieren. Die Vorgehensweise und technische Hintergründe werden später im Kapitel "
CG-Elemente (3D)" noch näher beschrieben.
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